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APC Airbag-Helm: nur eine Luftnummer?

APC Airbaghelm

Seit Herbst 2008 gibt es ihn schon auf dem deutschen Markt: der Airbag-Helm der spanischen Firma APC. Vorgestellt wurde er auf der Intermot im vergangenen Jahr und sorgte dort schon für Aufsehen. Das Funktionsprinzip ist vollstädnig kabellos gehalten. Über ein, am Motorrad platziertes Steuergerät empfängt der Helm ständig Signale. Im Falle eines Unfalls erkennt das System die Verzögerung und signalisiert die Gefahr direkt an den Helm. Laut Hersteller, liegen zwischen Unfallerkennung, Auslösen des Systems und Funktionsbereitschaft weniger als 0,15 Sekunden, so dass der Airbag schon vor einem möglichen Aufprall gefüllt ist.

Natürlich ist das nicht ohne Energiequelle möglich. Daher wird das Steuergerät an die Bordbatterie und der Helm zuhause an die Steckdose angeschlossen werden. Somit ist auch klar, dass der Airbaghelm nicht ständig einsatzbereit ist. Wurde vergessen die Helmbatterie vollständig zu laden, ist der Helm vielleicht im Falle eines Unfalls nicht einhundertprozentig betriebsbereit. Die vollständige Ladezeit beträgt vier Stunden und der Helm ist danach für 300 Stunden im Stand-by oder ca. 28 Stunden im Betriebsmodus aufgeladen. Der Modus kann über einen Knopf am Helm ein- und ausgeschaltet werden.

Im Fahrbetrieb kann das System wohl unter 25km/h zwischen schnellen, ruckartigen Bewegungen, wie Wheelies, hartes Bremsen oder Beschleunigen und einem Unfall unterscheiden und damit ein unnötiges Auslösen verhindern. Bei Geschwindigkeiten über 50 km/h ist das System dann sensibler geschaltet und löst schneller aus. Was das in der Praxis genau bedeutet, ist wohl noch nicht bekannt. Die mögliche Schutzwirkung ist hingegen theoretisch sehr gut. Vor allem den Halswirbelbereich des Motorradfahrers soll der APC schützen. Die üblichsten Verletzungen in diesem Körperbereich sind die Überdehnung, die Überspannung sowie die seitliche Überdehnung. Mit dem APC wird, laut Hersteller, das Risiko, eine dieser Verletzungen zu erleiden, reduziert.
Auch bei Crahstests hat der APC Airbag-Helm bisher überzeugt. Auf den Videos sieht das auf jeden Fall schon ganz” gut” aus, wenn man das bei einem Unfall überhaupt sagen kann.

Getestet wurde der Helm auch schon von der Dekra und für gut befunden. Was den Motorradfahrer aber doch stark abschrecken könnte, ist der hohe Preis von momentan 899,- Euro.  Auch wenn kein Leben mit Geld aufzuwerten ist, ist das doch eine hohe Hürde. Zudem wiegt das gute Stück fast 1,9 kg. Im Vergleich: ein Helm ohne Airbag kommt meist auf gut 8-900Gramm weniger. Die Aerodynamik, der Tragekomfort und auch die Geräuschentwicklung leiden sicher auch unter der klobigen Konstruktion. Der solvente Käufer hat die Wahl zwischen den unauffälligen Farben  anthrazit und matt-schwarz.

Interessant wäre auch, ob es, im Falle einer Auslöung ohne Beschädigung des Helms, einen Ersatzairbag gibt, oder ob man sich direkt einen neuen Helm kaufen muss. Die Idee des Airbaghelms ist ohne Frage gut, die Umsetzung in Ansätzen auch. An Details sollte sicher noch gefeilt werden, aber wir wissen alle, dass Motorradfahrer eben keine Knautschzone besitzen und vielleicht ist das doch in verbesserter Form die Zukunft in Sachen Sicherheit.

Falls schon mal jemand den APC Airbag-Helm getragen hat oder ihn gar besitzt, gebt bitte eure Kommentare dazu ab. Würde mich freuen!

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7 Kommentare

  1. Nackenstütze EVS - fast unsichtbarer Lebensretter sagte am 30. Januar 2009 um 20:38

    [...] Stürzen am verletzungsanfälligsten. Abhilfe schafft da eigentlich nur eine Nackenstütze oder ein Airbag-Helm. Da Zweiteres teuer und noch nicht 100%ig ausgereift ist, heißt die Alternative EVS Nackenstütze. [...]

  2. Motorradhelm oder Jeans auf dem Kopf… sagte am 27. April 2009 um 20:34

    [...] eins gemeinsam haben: den hohen Sicherheitsansprüchen genügen. Ok, es muss ja nicht gleich ein Airbag-Helm sein, aber ich persönlich halte das genaue Gegenteil, also Jethelme, für eine der unsinnigsten [...]

  3. Teurer und sichere Helme fürs Motorrad, der Air-Bag und Ferrari Scuderia | Motorrad News sagte am 6. August 2009 um 15:24

    [...] den optimalen Schutz beim Motorradfahren sorgt der Airbag-Helm der spanischen Firma APC. Seit Herbst 2008 ist er auf dem deutschen Markt für knapp 900,- Euro [...]

  4. Stefan Urbanke sagte am 30. September 2009 um 20:09

    Die Frage ob dieser Helm nach einem Unfall wiederverwendet werden kann erübrigt sich, da Motorradhelme nach Unfällen generäl nicht weiter verwendet werden dürfen, das schreibt der Gesetzgeber vor, desweitern müsste das jeder der einen Füherschein besitzt wissen ansonsten, ab und Erstehilfe Kurs wiederholen ;-)

  5. Mopped-Ecke - Seite 40 - Virtual Racing. e.V. - Forum sagte am 1. Juni 2010 um 14:59

    [...] Helm die Airbags, legen sich um den Hals und stabilisieren die Wirbel. *EDIT* APC hei

  6. Polo Motorrad APC Airbag Helm für nur 74 EUR sagte am 10. November 2010 um 11:31

    [...] Ausführliche Testberichte gibt es leider keine, jedoch hat der ADAC den Helm getestet. Mit einem Gewicht von 1,8 kg ist der Helm für den ADAC zu schwer. Einen weiteren Testbericht gibt es bei edelight. [...]

  7. Steffen Thomas sagte am 27. März 2011 um 18:34

    Ich habe und trage den Helm seit 2009. Ich fahre seit 1975 ununterbrochen jede Saison. Derzeit bin ich mit einer ZZR 1400 (KAWA) unterwegs. Ich kenne Shoei, UVEX, BOERI … Dieser APC-Helm ist für mich super ohne das die anderen natürlich auch gute bauen: Geräuscharm auch bei Speed. Er ist etwas unförmig. Aber er ist super verarbeitet und einfach nur gut. Gut auch, weil er bei POLO eine Weile recht günstig zu haben war. Den Airbag habe ich noch nicht gebraucht, bin auch nicht scharf d`rauf. Wer mehr wissen möchte, bitte immer. Nur eins ist nicht gut zum Helm: Polo und alle anderen Anbieter bieten für die “Eintagsfliege” kaum Vissiere an. Polo scheint ihn auch “abgestoßen” zu haben einschließlich Zubehör … Ich kaufe jetzt auf Vorrat und gut. Endtäuscht bin ich von Polo. Warum keiner Eintagsfliege länger eine Chance geben wenn`s nicht nur um Umsatz geht? Wie soll etwas “Neues” einen Weg finden, wenn es nur Zweifler, Bedenkenträger, Kaufleute … usw. gibt. Wenn`s sich`s nicht als gut herausstellt, stirbt es halt. Aber ohne es zu probieren …?

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